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Kirchliches Leben in neuen Strukturen

Judith Breunig vom Referat "Pfarrgemeinderäte im Bistum Limburg" informierte auf Einladung des Pfarrgemeinderates im Pfarrsaal Löhnberg
Kirchliches Leben in neuen Strukturen
Kirchliches Leben in neuen Strukturen
Judith Breunig ermutigt zu neuen Wegen © Katholische Pfarrei Heilig Kreuz Oberlahn

Seit dem 1. Januar gehören knapp 9.000 Katholiken zur Pfarrei Heilig Kreuz Oberlahn. Sie wurde gegründet aus den neun Kirchengemeinden des ehemaligen Pastoralen Raumes Weilburg-Mengerskirchen. Die bisherigen eigenständigen Pfarreien wurden zu Kirchorten der neuen Pfarrei. Die alten Strukturen - ein Pfarrgemeinderat entscheidet und organisiert alles alleine - greifen in so einem großen Gebilde nicht mehr. Judith Breunig, Referentin für Pfarrgemeinderäte des Bistums Limburg war aus diesem Grund zu einer Infoveranstaltung vor Ort und und erklärte, welche Veränderungen es gibt und wie diese sich auf das kirchliche Leben vor Ort auswirken. 40 interessierte Gemeindemitglieder waren der Einladung des Pfarrgemeinderates gefolgt.

Breunig führte zu Beginn ihres Vortrages aus, dass früher jede kleine Pfarrei die drei Grundsäulen der Kirche "Liturgie, Verkündigung, Caritas" alleine stemmen musste. Es war ein Rund-um-Sorglos-Paket "von der Wiege bis zur Bahre". Dieses Grundprinzip habe sich nicht geändert. Es finde zukünftig aber auf einem größeren Gebiet statt.

Neu sind die Ortsausschüsse. In ihnen wird das konkrete kirchliche Leben vor der eigenen Haustür organisiert. Anders als bei den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates handelt es sich bei den Ortsausschüssen um kein gewähltes Gremium. Vielmehr kann jeder, der sich für sein Dorf einbringen möchte, unabhängig von Konfession oder Religion dies tun. Somit können örtliche Schwerpunkte gelegt werden - und anderes auch gelassen werden. "Orientieren Sie sich an der Fragestellung: Bekommen die Menschen, was sie brauchen? Und brauchen die Menschen, was sie bekommen?" gab die Referentin den Zuhörern zu bedenken. Wichtig sei, dass jeder Aspekt der drei Grundsäulen in einer Pfarrei zum Klingen kommen würde - aber eben mit unterschiedlicher Gewichtung an den unterschiedlichen Orten. Breunig sei sich sicher, dass es leicht ist, Menschen für die Ortsausschüsse zu motivieren, da vielen ihr eigener Ort sehr am Herzen liegen würde. Wo dies nicht möglich sei, so ergänzte sie auf Nachfrage, da "reite die Kirche ein totes Pferd und müsse absteigen".

Pfarrer Mayer ergänzte, dass nicht nur die Kirchorte zu Orten kirchlichen Lebens werden könnten, sondern ebenso Seniorenheime, Krankenhäuser oder die vier katholischen Kindertagesstätten in den Fokus geraten sollten. Auch hier gäbe es Menschen, die sich für ihren Bereich einsetzen wollen. 

Bekommen die Menschen, was sie brauchen? Und brauchen die Menschen, was sie bekommen?

Judith Breunig

Der Pfarrgemeinderat ist der dialogische Partner des Pfarrers und des Pastoralteams. Seine Aufgabe besteht darin, konzeptionell die neue Pfarrei zu gestalten. Er gibt den grossen Rahmen vor, an dem sich der Ortsausschuss zu orientieren hat. Die konkrete Umsetzung vor Ort liegt dann in den Händen der Ortsausschüsse und weiterer Sachausschüsse, wie zum Beispiel Liturgie, Caritas oder Sakramentenkatechese.

Im Anschluss an ihren Vortrag eröffnete Breunig eine Fragerunde, in der die Anwesenden noch zahlreiche Rückfragen bezüglich der konkreten Umsetzung vor Ort stellten. Frau Breunig gab den Rat, dass man sich Zeit geben sollte. Nicht alles würde von Beginn an perfekt laufen, es müsse die ein oder andere Stellschraube noch nachjustiert werden. "Nichts ist in Stein gemeißelt, über vieles kann noch geredet werden." Und wenn alle mit guten Willen an die Sache heran gehen würden, dann könnte auch in einer neuen großen Pfarrei das kirchliche Leben vor Ort gut gelingen. Natürlich komme es auch auf das gute Zusammenspiel von Ehrenamt und Hauptamt an.

Hilmar Dutine
Gemeindereferent
Frankfurter Straße 835781Weilburg
Tel.:06471 4923-13