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Wort zum Sonntag

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Wort zum Sonntag
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Jeden Samstag erscheint im Weilburger Tageblatt die Seite "Momente", auf der ein katholischer oder evangelischer Seelsorger oder Seelsorgerin einen geistlichen Impuls in der Rubrik "Moment mal" schreibt.

Hier können Sie die aktuellen Impulse unseres Pastoralteams nachlesen.
Ältere Beiträge finden Sie im Archiv.

Viele tun sich mit dem Beten schwer und wir haben unsere eigenen Erfahrungen damit. Manch ein gesprochenes Gebet geht in Erfüllung, allzu oft erleben wir aber auch das Gegenteil. Da betet jemand aus großer Sorge, und es kommt anders als erhofft. Wenn dann alles umsonst erscheint wird das Beten zum Problem. Wir beginnen zu zweifeln: Wo ist Gott? Hört er mir überhaupt zu? Schnell kommt dann auch der Satz: Dann brauche ich auch gar nicht mehr zu beten! Dass wir uns schwertun mit dem Gebet, liegt gewiss auch daran, dass unser Beten oft nur einseitig ist. Wir sind die Wortführer; wir wünschen und bitten und danken. Wir tun so, als müssten wir Gott erst einmal alles mitteilen, damit er Bescheid weiß, worum es geht. Bei alldem vergessen wir, Gott zu Wort kommen zu lassen. Wir sollten Gott öfter ein Wörtchen mitreden lassen und ihm zuhören. Denn ich glaube, dass er uns Vieles zu sagen hat. Beten heißt nämlich auch, wir müssen ruhig werden, um Gott hören zu können. Dann dürfen wir auch die Frage stellen: Herr, was willst Du mir sagen? Und nun führe ich ein Gespräch mit Gott. Bei diesem sollte ich aber nicht nur sprechen, sondern auch zuhören, also Gott zu Wort kommen lassen. Gott ist im Gebet mein Gesprächspartner, der, so wie auch ich, die Möglichkeit hat, Entscheidungen zu treffen. Jesus hat uns das vorgelebt, als er am Ölberg betet: „Vater, nicht mein Wille geschehe, sondern deiner.“ Und im Vater Unser beten wir: „Dein Wille geschehe.“ Bei all unseren Gebeten dürfen wir nicht vergessen, es kann sein, dass Gott „Nein“ sagt. Doch bin ich davon überzeugt, dass er uns dann die Kraft gibt, dieses „Nein“ zu (er)tragen. So sollten wir immer daran denken: Beten heißt nicht Aufträge zu erteilen oder irgendwelche Bestellungen aufzugeben. Das Gebet ist ein Zeichen, dass wir Gott vertrauen und dass wir ihm Großes zutrauen. Wenn wir das erkennen, wird das Gebet uns verändern. Diese Veränderung zu zulassen ist nicht leicht. Doch wenn wir uns darauf einlassen, werden wir merken, wie gut das Beten tut. Dann können wir spüren, Gott hat uns mehr zu sagen, als wir manches Mal glauben. Beten heißt nicht, nur ich höre mich reden, sondern ich werde still und warte, bis ich Gott höre. So wie der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard es schon bemerkte: „Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.“

 

„Hast du es schon gehört? Ich muss dir unbedingt etwas erzählen.“ Manchmal brennt einem buchstäblich etwas auf den Nägeln und dann muss man darüber reden. Neuigkeiten verbreiten sich so am schnellsten. Vor allem, wenn man begeistert davon ist, findet man die richtigen Worte und wirkt bei all dem auch noch überzeugend. Vielleicht kann man sogar seine Zuhörerinnen und Zuhörer dafür begeistern und die sagen es wiederum weiter und eine Botschaft zieht so immer weitere Kreise. Dieses Prinzip funktioniert für die Politik genauso wie für Party und Stammtisch, wird von Jung und Alt verwendet und kommt immer ans Ziel.
Was für den Alltag passt, sollte auch für uns Glaubende auf unsere tiefste Überzeugung von der Botschaft Jesu angewandt werden. Wenn wir in die Frühzeit der Kirche schauen, ist dieses Prinzip auch angewandt worden. Da sind die Wanderprediger von einem Ort zum anderen gezogen, um die gute Nachricht von Jesus weiter zu sagen. Paulus war einer davon. An vielen Stellen in seinen Briefen klingt es an, wie er diese Zeit erlebt. So schreibt er im 1. Brief an die Gemeinde in Thessalonich, Kapitel 3,1-3.6: „Darum hielten wir es nicht länger aus; wir beschlossen, allein in Athen zurückzubleiben und schickten Timotheus, unseren Bruder und Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi, um euch zu stärken und in eurem Glauben aufzurichten, damit keiner wankt in diesen Bedrängnissen.“ Und wenig später: „Inzwischen ist aber Timotheus von euch zu uns zurückgekommen und hat uns gute Nachricht von eurem Glauben und eurer Liebe gebracht.“ Die Botschaft kommt da gut an, wo sie nicht einfach hingeschickt wird, sondern vorgelebt wird.
Es soll gut ankommen, worum es uns geht. Die modernen Medien sind uns da eine große und unverzichtbare Hilfe. Aber letztlich hängt es doch am Boten, der es nicht nur überbringt, sondern selbst Teil der Botschaft ist. Im Oktober feiern wir den Monat der Weltmission. Wir haben eine Nachricht, für die es sich zu brennen lohnt, für die wir weite Wege in Kauf nehmen sollen. Andere können wir begeistern, wenn wir selbst davon überzeugt sind. Da kommt es gut an, wenn wir uns trauen, die Botschaft von Jesus liebevoll, modern und sympathisch zu leben und davon zu reden. Wir haben eine Botschaft, die uns und andere verändern möchte. Wir müssen allen anderen unbedingt etwas erzählen. „Hast du es schon gehört?“

Wir Jünger Jesu haben die Wahl, am nächsten Sonntag für einen neuen Bundestag. Wovor müssen wir uns schützen- vor Corona oder vor dem Impfen? Vor mehr Migranten oder müssen wir Flüchtlinge schützen? Vor Ausbeutung in der Arbeitswelt oder müssen wir die Industrie schützen?

Wir Jünger Jesu haben die Wahl. Alle wollen gewählt werden. Jede Partei will die größte und stärkste werden. Lachet, Scholz und Baerbock wollen gewinnen. Aber darum geht es nicht.

Wir Jünger Jesu haben die Wahl. Was sagt Jesus dazu? Jesus nimmt seine Jünger auf Seite und belehrt sie. Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Wenn die Richtung stimmt musst du sie beibehalten, auch wenn nur wenige mitgehen. Doch die Jünger verstehen nicht, was er ihnen sagen will. Sie unterhalten sich, wer wohl der Größte ist.

Jesus will deutlicher werden. Er stellt ein Kind in die Mitte, nimmt es in die Arme und sagt: Wer ein solches Kind aufnimmt und meinetwillen, der nimmt mich auf, nicht nur mich, sondern Gott, der mich gesandt hat.

Jesus wird später noch deutlicher: Das Kreuz Jesu steht für Scheitern. Die Pläne sind durchkreuzt, das Leben zuende, nichts geht mehr. Doch dem ist nicht so, glauben wir Christen. Als die heilige Helena das Kreuz Jesu fand, lagen viele Kreuze herum. Doch die Kaiserin wusste, welches das richtige ist. Man legte einen Toten auf dieses eine Kreuz. Der Mann aber stand auf und war lebendig, so die Legende.

Das ist die Kraft des Kreuzes. Aus dem, was schon gar nicht mehr lebt, schenkt Gott uns neues Leben.

Wir Jünger Jesu haben die Wahl. Heute ist in unserem Bistum Kreuzfest. Wer sich einsetzt, wer investiert, riskiert auch eine Bauchlandung. Nicht alles, was wir angehen, wird klappen. Nicht alles, was wir aussäen, wird wachsen. Doch das Wenige, was gelingt, muss uns die Zukunft sichern.

Wenn wir am nächsten Sonntag unser Kreuzchen machen, geht es nicht unbedingt um Leben und Tod, aber schon um die Zukunft unseres Landes – und weil wir in Europa und in unserer Welt nicht allein stehen, geht es um mehr. Es geht um die Zukunft unseres Planeten.

Wir Jünger Jesu haben die Wahl. Stellen wir also wie Jesus ein Kind in die Mitte. Sorgen wir für die Menschen am Rand, für alle, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen. Sorgen wir für Gottes Schöpfung und für alles, was Gott uns geschenkt hat und dann wird unser Kreuzchen auf dem Stimmzettel sein wie das große Kreuz Jesu, ein Segen für uns und unser Land.

Sommerzeit – Urlaubszeit – manch einer war unterwegs, andere zu Hause und weitere werden erst später aufbrechen. Zum Ende der Sommerferien dachte ich darüber nach, womit ich meine Zeit verbringe. Außerdem fragte ich mich: Wie erledige ich die anstehenden Aufgaben? Da kam mir diese überlieferte Geschichte in den Sinn, in der ein Mönch gefragt wird, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so ruhig und gelassen sein könne. Seine Antwort darauf war: „Wenn ich stehe, dann stehe ich und wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich und wenn ich schlafe, dann schlafe ich. Wenn ich höre, dann höre ich; wenn ich schaue, dann schaue ich und wenn ich lese, dann lese ich. Wenn ich arbeite, dann arbeite ich; wenn ich spreche, dann spreche ich und wenn ich bete, dann bete ich.“ Daraufhin folgte der Einwand der Fragenden: „Nun, das tun wir doch auch, aber was machst Du noch, erzähl uns dein Geheimnis.“ Die Antwort des Mönches lautete wiederum: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; …“ Weiter kam er nicht, denn er wurde unterbrochen: „Das alles tun wir doch auch!“ Jetzt bekamen sie zu hören: „Nein, eben das tut ihr nicht: Wenn ihr lest, wollt ihr dauernd mehr wissen und wenn ihr arbeitet, dann sorgt ihr euch. Wenn ihr schlaft, dann seid ihr schon beim Erwachen und wenn ihr sprecht, dann antwortet ihr schon auf Einwände. Wenn ihr schaut, dann vergleicht ihr alles mit allem und wenn ihr hört, überlegt ihr euch schon wieder Fragen. Wenn ihr betet, dann seid ihr weit weg von Gott und gebt ihm kaum Raum in eurem Leben. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, dann geht ihr schon und wenn ihr geht, dann seid ihr schon am Ziel.“ – Nun, wie oft ertappe ich mich dabei, dass ich mit meinen Gedanken schon einen oder gar zwei Schritte weiter bin. Dabei ist es doch eigentlich so einfach, ich tue das, was gerade dran ist. – Ist es das wirklich? – In meinen Augen ist es eine Frage der Einstellung. Versuchen wir doch, eine Angelegenheit bewusst anzugehen beziehungsweise beschäftige ich mich „nur“ mit den Menschen, mit denen ich gerade zu tun habe. Es mag vielleicht bedeuten, etwas anders meine Zeit einzuteilen, jedoch das, was ich zurückerhalte, davon bin ich überzeugt, sind herzliche Momente, ehrliche Reaktionen oder auch glücklichere Menschen. Ist doch einen Versuch wert, oder?

Sommerzeit bedeutet für viele auch Urlaubszeit- und für manche ist sie die beste Zeit des Jahres.

Endlich mal all das tun können, woran man Freude hat und wozu der Alltag wenig Zeit lässt.

Endlich mal dem Alltagstrott entkommen.

Vielleicht mag man morgens später aufstehen als gewohnt und genießt es, den freien Tag so zu gestalten wie es Freude macht. Dies kann auf einer Urlaubsreise genauso gut gelingen wie im Urlaub zu Hause.

So wie Brot unseren Leib nährt, so kann Urlaub auch ein wenig unsere Seele nähren. 

Denn häufig wird uns im Urlaub unsere Sehnsucht, ja, unser Hunger nach einem sinnhaften Leben deutlicher. Vermutlich liegt es daran, dass unsere Gedanken und Gefühle nicht mehr so stark von Arbeit und Pflichten bestimmt werden und unser Verlangen nach einem erfüllten Leben mehr Raum bekommt.

Wir müssen nicht von Termin zu Termin hetzen, sondern haben mehr Zeit für uns selbst. Wir haben ein wenig mehr die Chance, mit unseren innersten Bedürfnissen in Kontakt zu kommen und vielleicht etwas mehr darüber zu erfahren, was für unser Leben wichtig und bedeutsam ist und wovon wir tatsächlich leben.

Im Alltag ist es häufig so, dass die Arbeit und die Sorge um unseren Lebensunterhalt an allererster Stelle stehen. 

Natürlich ist es wichtig, dass wir für uns, für unsere Familien und füreinander auch materiell sorgen.  Doch wir brauchen mehr als das Brot, das unseren Leib sättigt, sagt Jesus (Mt 6,25).  Denn die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben ist weit mehr als nur die finanzielle Absicherung unserer Existenz.

An anderer Stelle sagt Jesus: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben(Joh 6,35).

Jesus sagt uns in diesem Wort aus dem Johannesevangelium zu, dass er die von Gott gegebene Antwort auf unser Fragen und unser Sehnen nach einem erfüllten Leben ist – jetzt und über den Tod hinaus. 

Wenn wir im Urlaub umschalten von ständiger Aktivität auf eine eher empfangende Haltung, können wir vielleicht achtsamer für die Zeichen in unserem Leben werden, die uns Gott erfahrbar machen.

Viele erleben tatsächlich den Urlaub als eine Zeit, die es mit ihren Freiräumen ermöglicht, tiefere Erfahrungen zu machen, die der Seele guttun. Alles, was unsere Seele in der Tiefe nährt, sind spirituelle Erfahrungen. Wir können aufmerksam wahrnehmen, was uns berührt und uns spirituell erfüllt und können darin die Zeichen von Gottes Liebe zu uns erkennen. 

Vielleicht gelingt es sogar, nach dem Urlaub die eine oder andere spirituelle Tiefenerfahrung  für den Alltag zu bewahren.  So sammeln wir uns geistliche Schätze, auf die wir auch in schwierigeren und anstrengenderen Zeiten zurückgreifen können.

Ein Stock, vielleicht auch ein zweiter, spricht mich an beim Wandern. Der passt, mit dem kann ich gut laufen. Ich freue mich über dieses kleine Geschenk des Waldes, über dieses kleine Zeichen, dass Gott uns Stütze und Halt ist.

Mit den Stöcken halten viele besser durch, können länger auf dem Weg bleiben, werden ihr Ziel besser erreichen. Vor allem ältere Menschen nutzen Stock, Schirm oder Rollator als Stütze.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, lesen wir im Alten Testament, ich fürchte kein Unheil. Gott, du bist bei mir. Dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht, beten wir in Psalm 23. Früher wie heute können wir in diesem kleinen Zeichen Gottes Nähe und Hilfe erfahren.

Wer oder was ist uns also wie ein solcher Stock, nicht unbedingt notwendig, aber doch eine Hilfe? Freunde, die auf uns achten, Menschen, die merken, wenn wir durchhängen, jemand, der an unserer Seite geht und es tut gut.

Jesus sendet seine Boten zu zweit. Einer stützt und hält und richtet den anderen auf. Sie tauschen sich aus, helfen und gehen miteinander an, was Jesus ihnen aufträgt. Sie teilen Freud und Leid.

Auch uns hat Gott Menschen an die Seite gegeben, hat uns einander geschenkt. Auch durch unser Miteinander wird diese Eigenschaft Gottes sichtbar.

Jesus schickt seine Apostel zu zweit los. Nehmt außer einem Wanderstab nichts mit auf den Weg, sagt er ihnen.

In den letzten Wochen und Monaten haben wir auf vieles verzichtet, auf Feste und Feiern und auf ein gutes Stück Gemeinschaft. Wir haben gelernt: es geht auch mit weniger Kontakten und mit weniger Festen.

Wir haben gelernt: es geht auch anders, mit Home-Office oder Video-Konferenz.

Von einem Stab in der Hand lernen wir: Manchmal ist es Zeit, weiterzugehen. Häng dich nicht zu sehr an einem Ort, an einem Punkt oder an einem kleinen Detail auf. Wenn man dich nicht hören will, dann geh weiter. Gott ist dir Stütze und Halt, nicht der tägliche Kleinkram.

„Ein Stab ist ein Freund auf dem Weg“ verdichtet ein altes Sprichwort aus dem Orient diese Erfahrungen. Von Gott geschenkt sind wir einander Stütze und Halt, sind wir sein Volk, seine Botschaft, sein Weg zu den Menschen.

Im letzten aber brauchen wir nicht viel. Sein Stock und sein Stab geben uns Zuversicht.

Ist mein Glas heute halb voll oder halb leer? – Oft fällt es mir leicht darauf die passende Antwort zu finden, und zwar dann, wenn ich mich getragen fühle. Wenn es mir gut geht, sehe ich, dass es voll ist und nicht leer. Doch es gibt auch Augenblicke, in denen ich nur die Leere sehe – und nicht die Fülle um mich herum. In solchen Momenten denke ich gerne an den Text von Margaret Fishback Powers, eine kanadische Kinder- und Jugendbuchautorin. Sie verfasste mit Anfang zwanzig den Text „Spuren im Sand“. Entstanden ist dieser zu einer Zeit, als sie nicht mehr weiter wusste. Zum Ende dieser Lebenskrise, bevor sie an Gott und der Welt verzweifelte, konnte sie folgende Zeilen schreiben: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“ – Starke Worte, die einen aufrichten. Worte, die mir bewusst machen, dass ich nicht alles Leid der Welt alleine schultern muss. Worte, die mir Trost schenken. Denn, da ist noch jemand, der mir zur Seite steht – ich darf mich fallen lassen. Da ist jemand, der mich auffängt, die mir den Rücken stärkt, der mir die Hand hält, die mich trägt. In der eigentlichen Situation ist einem das bestimmt nicht immer bewusst, oder mit den Worten des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard ausgedrückt: „Man kann das Leben rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts leben.“ – Es ist wirklich viel von uns verlangt, optimistisch durch das Leben zu gehen; darauf zu vertrauen, dass immer jemand uns zur Seite steht und trägt, wenn es schwer wird und dunkel um uns herum; und hinterher werde ich erst verstehen, warum es gerade so gekommen ist und nicht anders. Genau da setzt er ein: mein Glaube. – Und wenn ich nun sage, das funktioniert immer, wäre es glatt gelogen. Es ist nicht immer leicht jemanden zu vertrauen, den ich nicht sehen und anfassen kann. Zu solch einem Zeitpunkt werde ich mir wieder bewusst, dass der Glaube da beginnt, wo das Denken aufhört. Er übersteigt unser menschliches Fassungsvermögen. Glauben kann ich nicht in Zahlen oder Werten ausdrücken, aber ich kann und darf ihn leben und erfahren. Ich spüre meinen Glauben unter anderem, wenn mir jemand zur Seite steht oder, wenn mir die richtigen Worte einfallen. Dann glaube ich und weiß: da ist Gott.

Eine besondere Gabe, die vor allem kleinen Kindern geschenkt ist, ist das genaue Hinschauen. Wo Erwachsene einfach nur achtlos vorbei hetzen, sehen die Kleinen die Blumen und winzigen Tiere am Feldes- oder Waldesrand. Sie lassen sich begeistern für einen Regenwurm, der sich durchs Gras schlängelt oder eine besonders schöne Blume. Sie nehmen das Tier in die Hand und betrachten es von allen Seiten. Und wenn sie es dann in ihrer kindlichen Begeisterung der Mama oder dem Papa zeigen wollen, müssen diese mühsam den Schrei des Entsetzens vor der Spinne unterdrücken. Sie wollen das Kind mit dem eigenen Ekel ja schließlich belasten.

„Schaut hin“ – so lautet auch das Thema des 3. Ökumenischen Kirchentages. Es ist dem Markus-Evangelium (Kapitel 6, Vers 38) entnommen. Eigentlich war der Kirchentag als großes Fest mit mehreren 100.000 Besuchern vom 12.-16. Mai in Frankfurt/Main geplant gewesen. Doch durch die Pandemie findet er hauptsächlich im Internet statt – „digital und dezentral“. Unter www.oekt.de können Sie vor allem am heutigen Samstag viele interessante Vorträge und Konzerte anschauen. Morgen endet der Kirchentag mit dem großen Abschlussgottesdienst um 10 Uhr am Frankfurter Mainufer, der live im ZDF übertragen wird.

„Schaut hin“ – warum verlieren wir Erwachsenen eigentlich die Fähigkeit, die vielen kleinen Wunder des Alltags zu sehen und zu hören und wie ein Kind darüber zu staunen? In einer alten Geschichte heißt es:

Ein Indianer besucht einen Freund in der Stadt. Die beiden Männer gehen die Straße entlang, als der Indianer stehen bleibt: „Hörst du auch, was ich höre?“ Der andere horcht: „Alles, was ich höre, ist der normale Strassenlärm.“ „Ich höre ganz in der Nähe eine Grille zirpen.“ „Du musst dich täuschen. Hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn es eine gäbe, man könnte sie bei dem Lärm nicht hören.“ Der Indianer geht ein paar Schritte weiter und bleibt vor einer Hauswand stehen. Er schiebt die Blätter des Weins, der sich an der Hauswand rankt, auseinander – und da sitzt tatsächlich eine Grille.
Der andere sagt: „Du kannst eben besser hören als wir.“ „Ich bin nicht sicher“, erwidert der Indianer, lässt sich ein 50-Cent-Stück geben und wirft es auf das Pflaster. Es klimpert auf dem Asphalt, Leute bleiben stehen und sehen sich suchend um. „Siehst du“, sagt der Indianer, „das Geräusch war nicht lauter als das der Grille. Und doch hörten es viele. Wir alle hören eben nur das, was wir gewohnt sind.“

Sonntag, das war mal ein Tag, an dem man die Tür für andere aufmachte, Besuch empfang oder selbst bei anderen zu Gast war. Die offene Tür als Möglichkeit, mit Freunden und Angehörigen in Kontakt zu treten hat sich – hoffentlich – in den Telefonhörer oder den Internetbildschirm verwandelt. Vielfach ist die Tür zu den Anderen aber verschlossen geblieben; zu viel Aufwand, zu viel Abstand ….
Ich erinnere mich, vor einem Jahr hatten die neuen Kontakt-Abstand-Maske-Regeln noch etwas Spielerisches, weil es neu war. Auf dem Markt stand man in langer Schlange am Stand an und kam leicht ins Gespräch, oder vermied mit einem kleinen Tänzchen, einer anderen zu nahe zu kommen („Achtung: 2 Meter!“). Heute ist das „offene“, neugierig-interessierte Wahrnehmen der Anderen, gar das Anlächeln – selbst unter der Maske – seltener und schwieriger geworden. Die Ermüdung hat auch den  Kontakt zu mir selbst verhärtet, irgendwie ist die eigene Lebendigkeit in Mitleidenschaft gezogen und hat an Leidenschaft verloren. Die Tür zum eigenen wie zum fremden Inneren, zur Seele scheint durch Angst oder Ärger wie verrammelt. 
In den katholischen Gottesdiensten wird heute der Text vom „guten Hirten“ vorgelesen. Was mir bisher wie eine ländliche Idylle  mit Schafsherde, Hirte und vielleicht noch einem Lamm auf dessen Schultern vorkam, bekommt in diesem Jahr eine neue Kontur; hier wird erzählt, wie Leitung funktioniert. Jesus ist der Hirte, dessen Vorausgehen funktioniert, weil er die „Schafe“ kennt und sie ihm wichtig sind. Das Gegenteil sind, neben Dieben und Räubern, die „Lohnknechte“, die den Job nur aus Eigeninteresse machen und sich im Krisenfall davonmachen. Das müsste doch auch das wichtigste Kriterium für staatliches und kirchliches Handeln sein; das Wissen um und Interesse an denen, für die man als Verantwortlicher entscheidet und handelt. Eigeninteressen gehören da hinten angestellt. Das gilt für die politischen Volksvertreter wie für Seelsorger, die durch Missbrauch ihrer Macht oder Position  schwere Verwüstungen anrichten können. In der Jesus-Geschichte (Johannes-Evangelium 10,11-18) geht dieses Kriterium sogar bis zur Selbsthingabe, aber soviel Motivation müsste man wohl nicht erwarten. Eine saubere Unterscheidung, was dem Anderen dient und was ich für mich selbst tue, würde schon reichen. Das gilt aber wohl nicht nur für „die da“, sondern für ebenso für mich und Dich…
Ich wünsche Ihnen einen schönen, begegnungsreichen Sonntag
 

Liebe Leserin, lieber Leser,
wieder ein besonderes Osterfest. Schon vor einem Jahr sind wir durch die Corona-Pandemie vor eine Herausforderung gestellt worden, die manchem Zeitgenossen schwer zu schaffen gemacht hat. In diesem Jahr schleicht sich der Gedanke ein, als seien wir nur kleine Schritte vorangekommen. Wieder leben wir mit Einschränkungen, nicht selten mit bangem Blick in die Zukunft. Mutationen, die noch gefährlicher sind, machen sich breit, die Impfungen gehen nur langsam voran. Das normale Leben scheint in weite Ferne gerückt. Viele verlieren die Geduld in dem ganzen Durcheinander von Verordnungen, das Vertrauen in die politisch Verantwortlichen ist in weiten Teilen erschüttert. Neben Resignation und Verunsicherung sind auch Übermut, Trotz und Ärger in unseren Gedanken, Worten und Werken.
In diese Situation wird verkündet: Jesus ist auferstanden, er hat den Tod überwunden. Dabei würden auch wir nur zu gerne auferstehen aus den Fesseln, die die Pandemie uns angelegt hat. Wie soll der Osterglaube wirksam werden, wenn er mit dem Alltag und unserem normalen Leben kaum etwas zu tun hat?
Ostern fordert uns auf, den Blick von der Erde weg auf den Himmel zu richten. Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Gemeinde in Kolossä: „Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!“ Das klingt fast wie eine Zumutung, die sich wie eine billige Vertröstung anhört. Aber Ostern und die Auferstehung Jesu sind nicht die Lösung aller Probleme hier auf Erden. Es geht um unser ewiges Heil, um unser geborgen sein in Gott. Damit ist die größte Frage der Menschen beantwortet: Was macht mein Leben überhaupt sinnvoll und lebenswert? Das Leben ist gerade deswegen gut und sinnvoll, weil ich mich von Gottes Liebe getragen weiß, die am Ende alles gut macht. Dieser Glaube ist es, der uns nicht untergehen lässt, sondern Kraft für den Alltag mit seinen Zumutungen gibt.
Ostern verspricht uns nicht das Paradies auf Erden, aber einen fest gebuchten Platz bei Gott. Dieses Wissen gibt Zuversicht und Gelassenheit für den Alltag mit all seinen Krisen und Problemen. Wir können all dem standhalten, weil Christus auferstanden ist. Diese Kraft wünsche ich Ihnen allen. Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Ein Jahr in Pandemie. 12 Monate der Einschränkungen, des Verzichts, vielleicht auch des Abschieds, weil ein lieber Mensch uns verlassen hat. Und jetzt feiern wir wieder Ostern. Zum zweiten Mal in Folge nicht so, wie wir es gewohnt sind. Wir überlegen genauer, mit wem wir uns an den Ostertagen treffen und ob wir wirklich an einem Präsenzgottesdienst teilnehmen oder nicht doch lieber die digitalen Angebote der Kirche nutzen. „To-Go“ ist nicht nur in der Lebensmittelindustrie ein Schlagbegriff geworden, sondern auch die Kirchen bieten zunehmend Angebote „to-go“ an. Sei es, dass man sich Gebetshefte, gesegnete Palmzweige oder das Osterlicht auch außerhalb der Gottesdienste in den tagsüber offenen Kirchen nach Hause holen kann oder dass der Gottesdienst nach Hause übertragen wird. So haben die katholische Pfarrei, die evangelische und die frei-evangelische Kirchengemeinde Weilburgs zusammen mit Weilburg-TV wieder ökumenische Gottesdienste produziert, die über die Homepages zu sehen sein werden.
Doch egal, ob in Präsenzgottesdiensten oder als to-go-Alternative. Wir feiern in diesen Tagen, dass Jesus Christus die Schuld der Menschen auf sich nimmt und den Weg durch den Tod am Kreuz zur Auferstehung wählt. Das Osterlicht leuchtet auch in diesen Tagen. Der Ruf „Lumen Christi (das Licht Christi)“ wird auch an Ostern 2021 wieder deutlich vernehmbar sein. Jesus begleitet uns durch alle Zeiten unseres Lebens – durch die fröhlichen, als auch die einschränkenden und beängstigten Tage einer Pandemie, Krankheit oder Sorge. Ich wünsche Ihnen gesegnete Kartage und ein gutes Osterfest!

Fastenzeit: eine Zeit zum Aufräumen

So jedenfalls vermittelt es uns das Evangelium vom 3. Fastensonntag (Joh 2,13-25).

Wir erfahren darin wie der empörte, ja, zornige Jesus die Geldwechsler und Händler mit einer aus Stricken selbstgemachten Geißel aus dem Tempel vertreibt. Jesus will den Tempel, das Haus Gottes, von allem befreien, was nicht hineingehört. 

Bestimmt kennen auch Sie das gute Gefühl, das sich einstellt, wenn man endlich mal so richtig aufgeräumt und saubergemacht hat. Der jetzt fällige Frühjahrsputz gibt uns eine gute Gelegenheit dazu: die Küchenschränke mal wieder ausräumen, auswischen und wieder ordentlich einräumen; Die Stapel von Papieren in Arbeitszimmer und Büro aussortieren und wegwerfen, was nicht mehr aktuell ist. 

Doch das Evangelium meint nicht so sehr ein äußeres Aufräumen, sondern zielt auf das Wesentliche: es geht um Gott und um die Beziehung zu ihm. 

Die Fastenzeit will uns zu einem inneren Aufräumen ermutigen.

Dazu gehört auch, dass wir eine Art persönliche Inventur machen: wie sieht es eigentlich in mir aus. Was bewegt mich, was ist mir wichtig, was sorgt und was bedrückt mich vielleicht?

Und wie sieht es mit meiner Beziehung zu Gott aus. Wie viel Raum nimmt Gott in mir ein. Wie viel Platz gestehe ich Gott in all meinen Alltagsgeschäften zu.

Lass ich zu, dass Gott die ordnende Kraft in meinem manchmal inneren Chaos bleibt? 

Die Kirche bietet uns in der Fastenzeit zur inneren Einkehr und Umkehr einen dreifachen Weg an: Beten- Fasten- Gutes tun. 

Beim Beten gebe ich Gott Raum und Platz in mir. Dadurch geschieht von allein eine Art inneres Aufräumen. Das Wichtige und Wesentliche für mich als Christ*in und Glaubender wird deutlicher und das Unwichtige wird verzichtbarer.

Deshalb tut es auch gut, in der Fastenzeit etwas loszulassen, was uns schadet, wenn es zu viel ist:  wie zum Beispiel übermäßig arbeiten, zu viel Kaffee oder Alkohol trinken usw.

Stattdessen können wir etwas tun, was uns guttut und uns näher zu uns selbst bringt, wie z.B. Spazierengehen, Sport treiben, Musik hören oder Ähnliches.

Wir bekommen wieder einen neuen Geschmack an Gott, an uns selber und auch an den anderen.

Denn Nähe und Gemeinschaft mit Gott bedeutet gleichzeitig auch Gemeinschaft und Nähe mit den Menschen. Denn Gott will unsere Gemeinschaft und unsere Sorge füreinander. Das beinhaltet vor allem auch die Fürsorge für die Armen und die Notleidenden, die unser Mitgefühl und unsere tatkräftige und auch materielle Hilfe brauchen. Die Fastenaktionen der Kirche wie z.B. Misereor geben uns dafür eine Gelegenheit. 

So räumen wir innerlich auf, bereiten uns vor und gehen Schritt für Schritt auf das Fest des Lebens, auf Ostern, zu. 

Ich wünsche Ihnen viel Freude und das Gefühl von Verbundenheit und Zuversicht auf diesem Weg. 

Gottes guter Segen für Sie und Ihre Familien, 

wünscht Ihnen

Ihr Pater  Goli

Ist der denn krank und hält den Abstand gar nicht ein?!
Doch Jesus lässt ihn, lässt sich darauf ein.
In Quarantäne wird damals gesendet, wer Aussatz hat, bis dieser endet.
Doch meistens endet der mit Tod.
Der Mann hat seine liebe Not.
Er hört, dass Jesus heilen könnte und hofft, dass er sein Schicksal wende.
Er geht ganz nah zu ihm, was streng verboten,
Du sollst mich heilen! Sieh doch meine Pfoten!
Auch Jesus dann die Regeln bricht,
fasst seine Hände an und spricht:
„Wie du gesagt, so soll es sein.
Ich will es, werde rein.“
Der Mann ist clean, und zwar sofort.
Das spricht sich rum an diesem Ort.

Die Ärzte damals sind teuer und schlecht,
doch Jesus heilt kraftvoll und echt.
Sie kommen: Lahme, Blinde, Taube eilen,
denn Jesus soll sie alle heilen.

Doch Jesus bricht Gesetze, immer wieder,
den Priestern ist er nun zuwider:
„Rührt Aussatz an und heilt ihn dann!
Sogar am Sabbat heilt der Mann!“

Wann also soll man Regeln halten und wann brechen?
Wann soll man helfen? Wird sich‘s rächen?
Die Sterbenskranke soll ich salben:
Darf ich? Mit Maske? Abstand halten?
Das stärkt sie, seh ich, und sie ist erfreut.
Es stimmt so, auch ich bin erfreut.

Wir feiern Bischof Valentin an diesem Tage,
auf dass man, wie er, für Liebende Einsatz wage.
Wir feiern Fastnacht, müssen Abstand halten,
doch trotzdem soll die Freude walten.
Und trotz des Abstands wolln wir sehen, helfen, heilen –
und wo es nötig ist zu Hilfe eilen.
Denn hinter der Maske, das sehen wir nicht,
ist ein trauriges oder ein frohes Gesicht.
Wer Jesus folgt, der kriegt es hin,
dass dem Gutes kommt in seinen Sinn.

Jeden Tag warte ich auf den neuesten Beitrag des Landkreises bei Facebook, in dem die Zahlen der aktuellen Pandemie-Entwicklung grafisch aufbereitet sind: der Inzidenzwert, die Zahl der Neuinfektionen, die Anzahl der Verstorbenen der letzten 24 Stunden. Meistens erschrecken mich die Werte. Ich denke an die vielen Betroffenen, die sich hinter den nüchternen Zahlen verbergen und deren Leben sich für die nächsten Tage, Wochen und vielleicht sogar Jahre von Grund auf verändert. 

Die Zahlen des Landkreises sind wichtige Informationen, aus denen sich Lockerungen oder Verschärfungen für das Zusammenleben und der individuellen Tagesgestaltung ergeben. Mir ist neben dem eigenen Wohlergehen vor allem auch der Gesundheitsschutz meiner Mitmenschen wichtig. Durch mein Verhalten kann ich maßgeblich mit beeinflussen, ob sich die Pandemie weiter ausbreitet oder eingedämpft wird. Ich stimme wie so viele Andere den Vorgaben der Bundes- und Landesregierung zu, die zu Kontaktminimierung aufrufen und um gegenseitige Rücksichtnahme bitten.

Ja, ich gebe es offen zu, der tägliche Bericht der Zahlen bestimmt zur Zeit mein Leben. Dabei haben wir Christen doch auch noch eine andere Grundlage, nach der wir unser Leben ausrichten können. In der Bibel finden wir alles, was wir für ein gelingendes Leben brauchen. In der katholischen Kirche gibt es drei Lesejahre, die in den Gottesdiensten zum Tragen kommen. Bei täglicher Betrachtung kann man so in drei Jahren die wichtigsten Passagen der Heiligen Schrift lesen und meditieren. Wer es auch gerne mal ausprobieren möchte, findet unter dem Stichwort „Beuron Schott“ die täglichen Bibeltexte mit Gebeten und einer kurzen Auslegung. Im evangelischen Raum kann man im Internet die „Tageslosung“ suchen.

Viele Menschen machen sich zur Zeit berechtigterweise Sorge um ihre Gesundheit und auch um die Existenz. Es stellen sich Fragen, wie man in der Familie gut zusammen leben kann, wenn alle den ganzen Tag zu Hause verbringen und soziale Kontakte fehlen. Es gibt Ängste, wie die finanzielle Situation sich weiter entwickelt und ob alle gesund bleiben.

Wie gut tut es, wenn man sich jeden Tag ein wenig durch die Heilige Schrift aufbauen lässt. Die Bibel ist voll von Mut machenden Geschichten. Sie beschreibt zum Einen die Not der Menschen, die krank, einsam oder verlassen sind. Und sie zeigt auf der anderen Seite, dass Gott und Jesus die Menschen nicht alleine lässt. Jesus fragt den Hilfesuchenden: „Was soll ich Dir tun?“ Und dann handelt er. Er erlöst die Menschen von ihren Sorgen, er heilt, er tröstet, er geht den schweren Weg mit. Ist das nicht ein schöner Trost in schweren Tagen?

Ich lade Sie ein, neben den erschreckenden Pandemiezahlen auch jeden Tag einen Blick in die Heilige Schrift zu werfen. Gott segne und schütze Sie.

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