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Wort zum Sonntag

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Wort zum Sonntag
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Jeden Samstag erscheint im Weilburger Tageblatt die Seite "Momente", auf der ein katholischer oder evangelischer Seelsorger oder Seelsorgerin einen geistlichen Impuls in der Rubrik "Moment mal" schreibt.

Hier können Sie die aktuellen Impulse unseres Pastoralteams nachlesen.
Ältere Beiträge finden Sie im Archiv.

Gesicht zeigen, hingehen, sehen, verstehen, wissen und sich kennen helfen mehr als Mouseclicks, Befehle oder Bomben.

Soleimani zeigte Gesicht, redete und schaffte dem Iran Verbündete. Trump ließ ihn umbringen. Gewalt fordert Gegengewalt, sich kennen, verstehen und helfen schafft Frieden.

Facebook. Tausend Freunde von „Kenne ich ganz gut“ bis „Den habe ich schon mal gesehen“ zeigen Gesicht. Ich bin besser erreichbar. Von „Ich hätte mal eine Frage“ über „Frohe Weihnachten“ bis „Kannst du im Sommer unsere Hochzeit halten?“ war schon alles dabei.

Gesicht zeigen auch Jesus und Johannes der Täufer. Auch ich habe wenig von Jesus gesehen, lesen wir im ersten Kapitel des Johannesevangeliums. Gemeint ist, was nach dem Sehen bleibt: „Ich kannte ihn kaum.“ – obwohl die beiden verwandt sind. Wie bei Facebook-Freunden so gibt es auch Verwandte, die man kennt und mag, und andere eben weniger.

„Ich kannte Jesus nicht“, doch „Seht“, hören wir, „das Lamm Gottes.“ Als Jesus am Jordan sein Gesicht zeigt, beginnt was Neues. Vor der Taufe Jesu erklärt Gott dem Johannes: Auf wen du den Heiligen Geist herabkommen siehst, der ist es, der tauft mit Heiligem Geist. Johannes sieht und bezeugt: Er ist es, ihn hat Gott ausgesucht.

Wo wir zu Jesus gehen, finden wir ihn auch, im Beten, Stillsein und Handeln. Wo wir hinsehen, entdecken wir ihn, für uns und unser Leben. Die Taufe Jesu ist ein erstes Eintauchen. In der Bibel hören wir mehr. Wenn wir entsprechend leben, erfahren wir ihn.

Wo wir um Jesus wissen und ihn schätzen, prägt er uns. Weil wir die Fragen unseres Lebens auf seine Weise ansehen, blicken wir auch bei uns selber tiefer und anders durch, so wie Johannes bezeugt: Der Geist kam vom Himmel herab und blieb auf Jesus. Er ist es. Er ist der, auf den es ankommt.

Und das wirkt. Wo wir, wie Jesus, einander Gesicht zeigen, einfach hingehen, hören, sehen und verstehen, da blicken wir tiefer, bei einem Kranken, einem Freund, einem, mit dem wir was klären. Von Angesicht zu Angesicht verstehen und merken wir, wie es dem anderen geht, was ihn beschäftigt und was wir tun können. Auf einem gemeinsamen Weg wächst, was uns verbindet.

Befehle oder Bomben führen auseinander. Mouseclicks, Mails und WhatsApp versöhnen nicht. Wie Jesus wollen wir hingehen, sehen, wissen und helfen.