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Wort zum Sonntag

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Wort zum Sonntag
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Jeden Samstag erscheint im Weilburger Tageblatt die Seite "Momente", auf der ein katholischer oder evangelischer Seelsorger oder Seelsorgerin einen geistlichen Impuls in der Rubrik "Moment mal" schreibt.

Hier können Sie die aktuellen Impulse unseres Pastoralteams nachlesen.
Ältere Beiträge finden Sie im Archiv.

„Zieht die Dinger an, ihr Idioten“, schimpft einer Jugendliche im Zug, „Wollt ihr eure Oma umbringen?!“, fährt er sie an, „so geht es. Wenn ihr jetzt kontrolliert werdet, ohne Maske fliegt ihr am nächsten Halt raus.“ Wir müssen sie anziehen. Sie schützen und behindern.

Sie zogen die Dinger an. „Äi, du da!“ kommt die Antwort nach zwei, drei Minuten. „Ja, dich meine ich!“, schreit der Jugendliche, „Warum hast du uns so angemacht?!“, beschwert er sich. „Ich hätte es softer versuchen können“, gibt der andere zu. Der Ton war hart, und führte zum Handeln. Der Gegenangriff gibt dem Fahrgast recht, der sie angefahren hat. Das ist der Ton, den sie verstehen.

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen die Fischer es ans Ufer, steckten die guten Fische in Körbe und warfen die schlechten weg.

Das Gute können wir behalten, das Schlechte aber wegwerfen. Beginnt an dieser Stelle der Himmel? Nicht die Menschen sollen wir sortieren. Lasst beides wachsen bis zur Ernte, hören wir von Jesus.

Vielleicht aber sortieren wir, was wir heute erfahren. Behalte das Schlechte! Das kommt in die Zeitung. Es ist wertvoll, dann das wird man lesen. Doch es soll uns nicht prägen. Frohe Botschaft geht anders.

Sortieren wir, was wir heute erfahren, aber genau anders herum. Behalte das Gute! Nimm es in die Hand. Nimm es dir zu Herzen. Es ist wertvoll. Lass dich davon anrühren und prägen.

Auch das Schlechte nimm in den Blick und in deine Hand. Lege es weg. Es soll in dir keine Macht gewinnen.

Genau dies haben wir am Ende des Schuljahres mit den Abgängern der Grundschule gemacht: Was schlecht gelaufen ist, haben sie benannt. Dann haben wir es mit einer Geste Gott in die Hand gelegt. Vielleicht kann er was damit anfangen. Wir legen es weg. Wir nehmen es nicht mit in die neue Schule.

Dann haben sie benannt, was gut war. Halte es in der Hand, habe ich gesagt. Genieße es nochmal. Es ist schön. Nimm es an dein Herz. Nimm es mit. Freu dich und danke Gott für dieses Geschenk.

Mund-Nase-Masken müssen wir anziehen und Abstand halten, oft genug. Sie schützen uns. Das wollen wir behalten, solange es notwendig ist.

In dem, was wir heute erfahren, gibt es auch immer, was uns weiterbringt. Gutes und schlechtes werden wir erfahren. Beides nehmen wir in den Blick. Doch prägen soll uns, was gut ist. Das ist es wert. Das wollen wir behalten. Gott wird es uns schenken.

Wir beurteilen Menschen oft nach ihren Fehlern. So geht es uns auch mit dem Apostel Thomas. Bei ihm fällt uns vor allem seine sogenannte Ungläubigkeit ein. Deshalb nennen wir ihn auch den ungläubigen Thomas. Doch werden wir ihm und seiner großen Treue im apostolischen Dienst damit gerecht?
Tatsächlich war Thomas ein standhafter und treuer Jünger. Er wird im Evangelium mehrfach als ein mutiger Mensch beschrieben. So bestärkt er die anderen Jünger darin, Jesus nach Jerusalem zu begleiten, obwohl er weiß, dass es für Jesus tödlich enden kann und auch für die Jünger gefährlich ist. Thomas war es ernst damit, Jesus nachzufolgen. Wenn es sein musste bis in den Tod hinein.
Ich glaube, dass Thomas' Mut, seine Eigenständigkeit, seine Treue zu Jesus und ja, auch seine Skepsis zusammengehören, weil sie ihm und seiner starken Persönlichkeit entsprechen. Daher wagt er sich auch nach Jesu Kreuzigung und Tod hinaus, während die anderen Jünger traurig und voller Sorge nicht mehr vor die Tür gehen. Als Jesus den Jüngern erscheint, ist Thomas daher nicht dabei. Und als er zurückkommt und die anderen Jünger ihm erzählen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, glaubt er ihnen nicht. Für Thomas, der Jesus sehr liebte, war es vielleicht hart zu hören, dass er die Gelegenheit verpasst hatte, dem auferstandenen Jesus zu begegnen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er sich weigerte, den Jüngern zu glauben. Er brauchte, ja, er wollte auch wie die anderen, eine persönliche Erfahrung mit dem Auferstandenen. Nicht Thomas' Glaube ist zu schwach, sondern sein Verlangen, Jesus zu begegnen, ist sehr groß.
Die Erfahrung der persönlichen Begegnung mit dem Auferstandenen, macht Thomas' Glaube unerschütterlich und stark. Thomas' Treue zu Jesus hält bis in den Tod hinein, den er nach einer Legende als Märtyrer für Christus in Indien erleidet. Daher wird der Apostel Thomas bis heute in Indien besonders verehrt.
Ich finde, irgendwie sind wir alle Thomas ähnlich. Wie er brauchen wir persönliche Glaubenserfahrungen, damit wir nicht zweifeln, sondern mutig und treu zu Jesus halten.
Thomas zeigt uns, wie wichtig es ist, mit dem Auferstandenen in Kontakt zu bleiben.
Wie aber können wir Jesus nahe sein? Wir kommen Jesus ganz nah in den Sakramenten, beim Lesen und Hören der Heiligen Schrift, beim Beten allein und in Gemeinschaft oder auch beim Dienst an unseren Nächsten.
Am 3. Juli feiern wir das Fest des heiligen Apostels Thomas. Dieses Fest kann uns dazu ermutigen, an Jesus nah dran zu bleiben.

Irgendwie ist im Moment nichts wie sonst, und doch geht es weiter im Kirchenjahr. An diesem Wochenende feiern wir das Fest Dreifaltigkeit. Damit denken wir an unseren einen Gott, den wir in drei Personen ehren: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Für diese Dreieinigkeit der Verschiedenheiten und gleichzeitig der Besonderheiten gibt es ein wunderbares Bild: unser Kreuzzeichen! In ihm zeigen wir bei jedem Gebet und jedem Segen das große Geheimnis „Gott“. So beginnen wir mit unserem Vater im Himmel, der uns seine Schöpfung geschenkt hat. Aus Liebe wurde er selbst Mensch in Jesus, seinem Sohn, er ist für uns gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren, doch lässt er uns nicht allein. Er sendet uns seinen Geist. Dieser Geist Gottes ist für uns Stärke und Halt, er lässt uns Gottes Liebe spüren. Gott ist Eins und auch Drei; Drei und wiederum Eins. Das ist und bleibt ein Geheimnis, das unfassbar ist. – Ähnlich ist das auch bei uns in der Kirche: wir Menschen sind allesamt verschieden, doch leben wir als Christen gemeinsam unseren einen Glauben und das wiederum auf unterschiedliche Art und Weise. Diese Einheit in der Vielfalt sehen wir in den vielen christlichen Religionen. Es gibt aber ein gemeinsames Fundament das uns miteinander verbindet: Jesus Christus. Er wurde von Gott, seinem Vater zu uns gesandt und hat uns den Heiligen Geist als Kraft zur Seite gestellt. – Heute müssen wir schauen, wie wir es schaffen unseren Glauben, unsere Gottesdienste, gemeinsam zu feiern. In den Kirchen ist das nur mit sehr hohen Auflagen, unter anderem durch Einhaltung der Abstandsregeln und ohne Gesang, möglich. Daher feiern wir in unserer Pfarrei auch noch nicht in allen Kirchorten Gottesdienste. An diesem Wochenende ist dies besonders schwer für einige Gemeindemitglieder, denn in Weilmünster ist heute der Patronatstag der Kirche und in Probbach entfällt dieses Jahr die traditionelle Prozession am Dreifaltigkeitssonntag. Trotz alledem sind wir aber durch Gottes Geist miteinander verbunden – und feiern unseren Gott: den Vater, der uns geschaffen hat nach seinem Bild; den Sohn, Jesus, der als Mensch gelebt hat und uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst hat; den Heiligen Geist, durch den wir die Liebe spüren und im Glauben gestärkt werden. – Dieses Geheimnis der Dreieinigkeit ist unfassbar, jedoch das was wichtig ist bleibt, das kann und darf ich weitergeben: Gott ist da für mich, für dich und euch und alle.

Die Tage in Jerusalem nähern sich dem leidvollen Ende. Jesus kennt seinen Auftrag. Vor ein paar Tagen ist er triumphierend in die Stadt eingezogen. Er hat den Tempelhändlern mal richtig die Meinung gesagt und ihre Tische umgeworfen. Er war bei seinen Freunden Maria, Magdalena und Lazarus zu Gast. Und heute will er noch ein letztes Mahl mit seinen Jüngern einnehmen, bevor es dann morgen ernst und er am Kreuz sterben wird.
Doch wie würde die biblische Geschichte im Coronajahr 2020 aussehen? Keine Menschen, die sich versammeln, sondern das Ganze als Livestream im Internet verfolgen. 
Ein einsamer Einzug ohne Menschen am Strassenrand. Das Treffen bei den Freunden wird abgesagt. Es ist schließlich die Zeit des #wirbleibenzuhause. Und einen Saal für das Mahl finden? Nahezu unmöglich für eine dreizehnköpfige Gruppe. Die Bürgerhäuser sind bis in die Zeit nach dem Pessahfest geschlossen. Aber ein Gutes hätte es für Jesus wahrscheinlich auch: Die Gerichtsverhandlung und die Vollstreckung des Urteils würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Wobei: Dann könnte er den Auftrag seines Vaters, die Menschen von der Schuld zu befreien, nicht erfüllen.
Die Heilsgeschichte im Jahr 2020.
Die Tage von Gründonnerstag bis Ostern sind in ihrer Ausgestaltung ganz anders, als wie wir sie kennen. Doch Jesus kommt auch in diese Zeit. Er, der menschgewordene Sohn Gottes, lässt uns nicht im Stich. Er bricht uns auch in diesen schweren Tagen das Brot. Er schenkt sich uns auch heute ganz. So, wie er schon zu seinen Lebzeiten fragte: „Was soll ich Dir tun? Was brauchst du, um ein gelingendes Leben zu haben?“, genau so fragt er uns das auch heute.
Viele Menschen helfen sich in diesen Tagen. In den meisten Dörfern haben sich Netzwerke gebildet, wo der Eine auf den Anderen achtet. Gassigeh-Service oder Einkaufshilfen für denjenigen, der das Haus nicht verlassen kann.
Jesus kommt zu uns. Er schenkt sich uns auch morgen an Gründonnerstag. Sein Brot ist mehr als das, was wir beim Bäcker kaufen können. Es ist die Speise für die Seele. Wenn wir das Brot des Bäckers essen, werden wir nach einiger Zeit wieder Hunger bekommen. Wenn wir dagegen das Brot des Herrn zu uns nehmen, dann wird unsere Seele satt. Normalerweise empfangen wir den Herrn in der Hostie. Dies ist in diesem Jahr jedoch nicht möglich. Aber es gibt auch die geistige Kommunion. 
Wenn wir aus dem Glauben an Jesus heraus leben, dann bekommen wir auch in dieser Krisenzeit die Speise, die wir brauchen. Selbst, wenn wir uns nicht an Gründonnerstag in der Kirche zur Eucharistie treffen.
 

Jesus zieht in Jerusalem ein. Die Menschen laufen aus ihren Häusern auf die Straße und jubeln ihm zu. „Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg“, lesen wir im heutigen Tagesevangelium.

Käme er heute in unsere Dörfer, wäre keiner am Straßenrand. Ich vermute, dass diese Ankunft eher per Livestream im Internet und in den sozialen Netzwerken gestreamt würde. Die Menschen wären dabei, ohne wirklich dabei zu sein.
Die Coronakrise hat unser gesellschaftliches Leben komplett zum Erliegen gebracht. Kein Mensch mehr auf den Straßen, kein Konzert in vollen Hallen oder Fußball im Stadion. Die ganzen kleinen und großen Krisen, die die Familien in dieser Zeit durchleben müssen, weil sie nicht wissen, was die Zukunft bringen wird.
Und trotzdem bin ich mir sicher, dass Jesus auch im Jahre 2020 in unsere Stadt gekommen wäre. Vielleicht alleine oder in Begleitung nur eines Jüngers wegen der Ausgangsbeschränkung. Aber er wäre gekommen. Er lässt die Menschen, die auf ihn vertrauen, nicht alleine. Er geht auf sie zu und er geht mit ihnen mit. Jesus weiß, welche Hoffnung die Menschen in ihn setzen – und er kennt auch die Hoffnung, die Gott, sein Vater, in ihn setzt. Jesus ist bereit, alles Leid der Welt auf sich zu nehmen. Er trägt somit am Leid jedes einzelnen Menschen.
Heute feiern wir in der Kirche den Einzug Jesu in Jerusalem. Es ist der letzte umjubelte öffentliche Auftritt vor dem schweren Kreuzgang. Vor Gericht wird sich die Stimmung wandeln. Die, die jetzt noch „Hosanna“ schreien, werden dann „ans Kreuz mit ihm“ grölen. Und auch in dieser bitteren Stunde wird Christus noch für sie beten: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
2020 stellt uns vor besondere Herausforderungen – auch im Glauben. Palmsonntag, die Karwoche und Ostern nicht in der Kirche, sondern „nur“ zu Hause im engsten Familienkreis, zu feiern, war noch vor ein paar Wochen außerhalb jeder Vorstellung. Und doch wird es in diesem Jahr so sein. An Karfreitag und Ostersonntag laden wir Sie ein, aufgezeichnete ökumenische Gottesdienste über Streams bei Weilburg-TV oder heiligkreuz-oberlahn.de mitzufeiern. Und so vielleicht doch ein wenig von der verbindenden Liebe Gottes zu spüren. Jesus kommt zu uns – auch in dieser krisenhaften Zeit.
 

„Jetzt habe ich aber genug! – Schluss damit! – Das lass ich mir nicht gefallen!“ Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Eine Grenze zu ziehen, das kann manchmal lebensnotwendig sein. Und das ist vor allem für diejenigen schwer, die nicht gelernt haben, NEIN zu sagen. Ja-Sagen und die Erwartungen der Anderen erfüllen, ist meist einfacher „Nein!“ schon eine echte Herausforderung werden, vor allem, wenn ich abhängig bin und Konsequenzen befürchten muss. Manche brauchen ein regelrechtes Lernprogramm, um mit gutem Gewissen Nein zu sagen. Wer nun gerade auf Diejenige, die sich im Nein-Sagen übt, oder auf prinzipielle Nein-Sager trifft, muss ertragen, wie schwer Verständigung dann sein kann. Dann beginnt jede Antwort mit einer Verneinung oder Abgrenzung. Manchmal mache ich mir dann den Spaß und behaupte im nächsten Satz das Gegenteil – sozusagen als Experiment, ob es hier um den Inhalt oder das Prinzip geht. Meine Erfahrung: meist folgt wieder eine Verneinung… Und tatsächlich; ein Nein zeigt (meist) eine stärkere Wirkung als ein Ja. Denn es kommt meist unvermutet und überraschend, irritiert das Gegenüber und setzt den Nein-Sager in eine bedeutende, wissende Position; hier ist einer der sich besser auskennt, der weiß, wo es lang geht. Unsichere oder Untergebene geben keine „Wider-Worte“. Die Abgrenzung lässt sich noch bis hin zu Angriffen steigern und ist sehr aktuell; von Unterstellungen, Beleidigungen bis zu Wutausbrüchen, von persönlichen, verbalen Attacken, (gerne im Netz oder in Leserbriefen) bis zu aggressiven Übergriffen wahllos auch gegenüber Unbeteiligten. Wieviel Frust und Ärger muss sich dahinter angestaut haben und wie wenig soziale Verhaltensweise und Selbstkontrolle sind noch vorhanden. Hier würde uns die Wiederentdeckung und Durchsetzung der Sekundärtugenden wie Höflichkeit, Achtung usw. gesellschaftlich gut tun. Die Bibelstelle, die heute im kath. Gottesdienst vorgelesen wird, handelt auch von einer Grenzüberschreitung; dort wird (in der Bergpredigt) erzählt, wie Jesus die sozialen Verhaltensregeln verschärft, mit denen gläubige Juden ihre Beziehung auch zu Gott leben; nicht erst der verletzende Angriff auf den Anderen ist verwerflich, sondern schon die halb-verschluckte Beleidung ihm gegenüber. Danach sind wir schon für unsere innere Haltung dem Anderen gegenüber verantwortlich. Und daraus erwachsen unsere Handlungen, in die eine oder andere Richtung.

Gesicht zeigen, hingehen, sehen, verstehen, wissen und sich kennen helfen mehr als Mouseclicks, Befehle oder Bomben.

Soleimani zeigte Gesicht, redete und schaffte dem Iran Verbündete. Trump ließ ihn umbringen. Gewalt fordert Gegengewalt, sich kennen, verstehen und helfen schafft Frieden.

Facebook. Tausend Freunde von „Kenne ich ganz gut“ bis „Den habe ich schon mal gesehen“ zeigen Gesicht. Ich bin besser erreichbar. Von „Ich hätte mal eine Frage“ über „Frohe Weihnachten“ bis „Kannst du im Sommer unsere Hochzeit halten?“ war schon alles dabei.

Gesicht zeigen auch Jesus und Johannes der Täufer. Auch ich habe wenig von Jesus gesehen, lesen wir im ersten Kapitel des Johannesevangeliums. Gemeint ist, was nach dem Sehen bleibt: „Ich kannte ihn kaum.“ – obwohl die beiden verwandt sind. Wie bei Facebook-Freunden so gibt es auch Verwandte, die man kennt und mag, und andere eben weniger.

„Ich kannte Jesus nicht“, doch „Seht“, hören wir, „das Lamm Gottes.“ Als Jesus am Jordan sein Gesicht zeigt, beginnt was Neues. Vor der Taufe Jesu erklärt Gott dem Johannes: Auf wen du den Heiligen Geist herabkommen siehst, der ist es, der tauft mit Heiligem Geist. Johannes sieht und bezeugt: Er ist es, ihn hat Gott ausgesucht.

Wo wir zu Jesus gehen, finden wir ihn auch, im Beten, Stillsein und Handeln. Wo wir hinsehen, entdecken wir ihn, für uns und unser Leben. Die Taufe Jesu ist ein erstes Eintauchen. In der Bibel hören wir mehr. Wenn wir entsprechend leben, erfahren wir ihn.

Wo wir um Jesus wissen und ihn schätzen, prägt er uns. Weil wir die Fragen unseres Lebens auf seine Weise ansehen, blicken wir auch bei uns selber tiefer und anders durch, so wie Johannes bezeugt: Der Geist kam vom Himmel herab und blieb auf Jesus. Er ist es. Er ist der, auf den es ankommt.

Und das wirkt. Wo wir, wie Jesus, einander Gesicht zeigen, einfach hingehen, hören, sehen und verstehen, da blicken wir tiefer, bei einem Kranken, einem Freund, einem, mit dem wir was klären. Von Angesicht zu Angesicht verstehen und merken wir, wie es dem anderen geht, was ihn beschäftigt und was wir tun können. Auf einem gemeinsamen Weg wächst, was uns verbindet.

Befehle oder Bomben führen auseinander. Mouseclicks, Mails und WhatsApp versöhnen nicht. Wie Jesus wollen wir hingehen, sehen, wissen und helfen.