Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmerlfahrt am Heiligenhäuschen in Dillhausen

Auch in diesem Jahr wurde das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August in besonderer Weise am Heiligenhäuschen in Dill-hausen gefeiert. Trotz der sommer-lichen Hitze machten sich Gläubige aus den verschiedenen Kirchorten unserer Pfarrei auf den Weg, um gemeinsam unter freiem Himmel Gottesdienst zu feiern.

Pfarrer Frank Fieseler zelebrierte die Heilige Messe und hielt die Predigt. Pater Madhusudhan Rao assistierte im Gottesdienst. Musikalisch wurde die Feier von den Zimberg-Musikanten mitgestaltet, die mit ihrer Musik eine festliche Atmosphäre schufen.

In seiner Predigt nahm Pfarrer Fieseler den Gedanken auf, was es bedeutet, mit „Leib und Seele“ bei einer Sache zu sein. Maria habe sich mit ihrer gesamten Existenz auf Gott eingelassen – mit ihren Hoffnungen und Ängsten, mit Freude und Schmerz, aber auch mit ihren Fragen und ihrem Ringen um den Glauben. Ihre Lebensgeschichte sei keineswegs ein geradliniger Triumph-weg gewesen. Doch das Vertrauen auf Gott sei der rote Faden ihres Lebens geblieben. In der Aufnahme Mariens in den Himmel werde sichtbar, dass Gott den ganzen Menschen annimmt: nicht nur das Vollkommene und Gelungene, sondern auch das Unfertige und Brüchige. Diese Hoffnung gelte auch uns 

Ein besonderer Bestandteil des Festes war auch in diesem Jahr die Segnung der mitgebrachten Kräutersträuße, des sogenannten „Wirzwich“. Der alte Brauch ist mit einer schönen Legende verbunden: Als die Apostel nach dem Tod Mariens ihr Grab öffneten, fanden sie der Überlieferung nach nicht ihren Leichnam, sondern wohlriechende Blumen und Kräuter. So wurde die Tradition der Kräuterweihe mit dem Glauben an die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel verbunden. Die gesegneten Kräuter-sträuße erinnern uns bis heute an Maria und zugleich an Gottes gute Schöpfung, die uns mit ihrer Vielfalt und Heilkraft geschenkt ist.

Passend zum Marienfest konnten in diesem Jahr auch zwei „neue alte“ Gewänder zum ersten Mal getragen werden: eine Kasel für den Priester und eine Dalmatik für den Diakon. Ihre Geschichte reicht zurück in die Bestände des Weilburger Pfarrhauses. Im Rahmen der Sanierung und des Anbaus des Zentralen Pfarrbüros wurden im Keller des Pfarrhauses mehrere alte Paramente entdeckt, die dort leider über lange Zeit unsachgemäß gelagert worden waren. Feuchtigkeit hatte einigen Gewändern stark zugesetzt; sie waren teilweise moderig und verschimmelt. Glücklicherweise konnten einige Stücke gerettet und wieder aufgearbeitet werden.

Die beiden Gewänder für das Marienfest stammen aus dem Jahr 1923 und wurden seinerzeit von Pfarrer Neumann, geboren in Schwanheim, amtierend in Amerika in der Diözese New York gestiftet.

Schwester Salome von den Schönstätter Marienschwestern nahm sich der historischen Gewänder an. Aus einer ursprünglich aus drei Gewändern bestehenden Garnitur fertigte sie zwei wunderschöne neue Gewänder, die nun wieder ihrer liturgischen Bestimmung zugeführt werden konnten. So verbindet sich in ihnen ein Stück Geschichte unserer Pfarrei mit neuem Leben.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Mitfeiernden zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Bei bestem, wenn auch sehr heißem Sommerwetter blieb man noch lange beisammen und nutzte die Gelegenheit zu guten Gesprächen und Begegnungen.

So wurde das Fest Mariä Himmelfahrt auch in diesem Jahr zu einem schönen Zeichen gelebter Gemeinschaft: im gemeinsamen Glauben, in der Feier der Eucharistie, in der Pflege alter Traditionen und im frohen Miteinander unserer Pfarrei.

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