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65 Jahre Kirche "Allerheiligste Dreifaltigkeit"

Ein markantes Gebäude im Marktflecken Weilmünster
65 Jahre Kirche "Allerheiligste Dreifaltigkeit"
65 Jahre Kirche "Allerheiligste Dreifaltigkeit"
seit 65 Jahren ein vertrautes Bild in Weilmünster: Die Kirche Dreifaltigkeit © Heilig Kreuz Oberlahn

Durch den zweiten Weltkrieg wächst die Katholikenzahl in Weilmünster sprunghaft an

Vor 65 Jahren, am 10. Oktober 1954, wurde die neue katholische Kirche in Weilmünster am Pfaffenberg durch den Generalvikar des Bistums Limburg, Prälat Bertold Merkel, auf das Patronat "Allerheiligste Dreifaltigkeit" benefiziert (geweiht). 

Der Bau war notwendig geworden, weil viele Heimatvertriebene katholischen Glaubens aus dem Sudetenland nach Flucht und Vertreibung in Weilmünster und Umgebung Aufnahme fanden. So betrug nach einer Statistik des Hessischen Statistischen Landesamtes aus dem Jahre 1966 der Anteil der Vertriebenen an der Wohnbevölkerung in Weilmünster 31 Prozent. In den umliegenden Dörfern lag der Anteil zwischen 31 und 14 Prozent.

Die Seelsorgestelle Weilmünster wurde am 1. Februar 1946 errichtet. Der erste Seelsorger war Pfarrer Alfons Klämbt aus Schlesien. Die Gottesdienste nach der Errichtung der Seelsorgestellen fanden anfangs in der Simultankapelle der damaligen Landesheil- und Pflegeanstalt statt. Bis zur Fertigstellung  des
Kellersaales der neuen Kirche wurden die Gottesdienste in der evangelischen Kirche gefeiert. Zur damaligen Seelsorgestelle Weilmünster gehörten: Altenkirchen, Aulenhausen, Dietenhausen, Ernsthausen, Laimbach, Langenbach, Lützendorf, Möttau und Rohnstadt. 

© privatIm Vordergrund Pfr. Kubek

Nach Abschluss der Gebietsrefom kam Altenkirchen zur Pfarrei Braunfels. Laubuseschbach und Wolfenhausen wurden von der Pfarrei Haintchen nach Weilmünster eingegliedert.

Am Pfingstsonntag 1948 übernahm Pfarrer Josef Kubek aus dem Riesengebirge (Sudetenland) die Seelsorge. Zur Unterstützung der Seelsorge wurde später eine Kaplansstelle eingerichtet. Am 1. Mai  1974 wurde Pater Hermann Hostens Pfarrer. Er gehörte dem Oblatenorden (OMI) an und übernahm die Pfarrei von Monsignore Pfarrer Josef Kubek. Als Kaplan kam er schon 1969 nach Weilmünster. Im September  2011 schied er aus Altersgründen aus.

mehr zum Wirken von Monsignore Kubek

Die Pfarrei Dreifaltigkeit Weilmünster wurde ein Teil des Pastoralen Raumes Weilburg. Der zuständige Pfarrer wohnte in Weilburg.
Seit dem 1.1.2019 ist Weilmünster ein Kirchort der Pfarrei  "Heilig Kreuz Oberlahn".

Blick in die Kirchengeschichte Weilmünsters

Der erste Pfarrer von Weilmünster, Germandus, wird urkundlich erst 1217 genannt. Weilmünster gehörte damals zum Dekanat Kirberg und war schon ein ansehnliches Kirchdorf im ganzen unteren Weilgebiet. Der letzte katholische Pfarrer und der erste evangelische Pfarrer Johann Schorbrandt hat in Weilmünster von 1516 bis 1536 gewirkt, da in der Grafschaft Nassau -Weilburg die Reformation eingeführt worden ist.   

Der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation wurde vor dem Ersten Weltkrieg in der Simultankapelle der damaligen Landesheil- und Pflegeanstalt Weilmünster, der heutigen Vitosklinik, gefeiert. Der Kaplan von Wetzlar oder Weilburg haben meistens diese Aufgabe übernommen. Ab 1943 wirkte Walter Adlhoch als katholischer Anstaltsgeistlicher, später Stadtpfarrer in Frankfurt. Ihm wurde verboten, Gottesdienste auf dem Anstaltsgelände zu halten, weil er in einer Predigt einen Hirtenbrief der katholischen Bischöfe zu den Krankenmorden verlesen hatte.

Schon 1909 Ankauf von Parzellen auf dem Pfaffenberg geplant

Bekannt ist, dass schon 1909 drei Parzellen auf dem Pfaffenberg in Weilmünster für den Bau einer katholischen Kirche erworben wurden. Es blieb bei den Plänen. Der Erste Weltkrieg und die Inflation machten alles  zunichte. Erst mit der Aufnahme von Heimatvertriebenen in Weilmünster und der Umliegenden Orte wurde das Vorhaben verwirklicht.

Josef Plahl