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Wort zum Sonntag

Wort zum Sonntag
Wort zum Sonntag
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Jeden Samstag erscheint im Weilburger Tageblatt die Seite "Momente", auf der ein katholischer oder evangelischer Seelsorger oder Seelsorgerin einen geistlichen Impuls in der Rubrik "Moment mal" schreibt.

Hier können Sie die aktuellen Impulse unseres Pastoralteams nachlesen.
Ältere Beiträge finden Sie im Archiv.

Ist der denn krank und hält den Abstand gar nicht ein?!
Doch Jesus lässt ihn, lässt sich darauf ein.
In Quarantäne wird damals gesendet, wer Aussatz hat, bis dieser endet.
Doch meistens endet der mit Tod.
Der Mann hat seine liebe Not.
Er hört, dass Jesus heilen könnte und hofft, dass er sein Schicksal wende.
Er geht ganz nah zu ihm, was streng verboten,
Du sollst mich heilen! Sieh doch meine Pfoten!
Auch Jesus dann die Regeln bricht,
fasst seine Hände an und spricht:
„Wie du gesagt, so soll es sein.
Ich will es, werde rein.“
Der Mann ist clean, und zwar sofort.
Das spricht sich rum an diesem Ort.

Die Ärzte damals sind teuer und schlecht,
doch Jesus heilt kraftvoll und echt.
Sie kommen: Lahme, Blinde, Taube eilen,
denn Jesus soll sie alle heilen.

Doch Jesus bricht Gesetze, immer wieder,
den Priestern ist er nun zuwider:
„Rührt Aussatz an und heilt ihn dann!
Sogar am Sabbat heilt der Mann!“

Wann also soll man Regeln halten und wann brechen?
Wann soll man helfen? Wird sich‘s rächen?
Die Sterbenskranke soll ich salben:
Darf ich? Mit Maske? Abstand halten?
Das stärkt sie, seh ich, und sie ist erfreut.
Es stimmt so, auch ich bin erfreut.

Wir feiern Bischof Valentin an diesem Tage,
auf dass man, wie er, für Liebende Einsatz wage.
Wir feiern Fastnacht, müssen Abstand halten,
doch trotzdem soll die Freude walten.
Und trotz des Abstands wolln wir sehen, helfen, heilen –
und wo es nötig ist zu Hilfe eilen.
Denn hinter der Maske, das sehen wir nicht,
ist ein trauriges oder ein frohes Gesicht.
Wer Jesus folgt, der kriegt es hin,
dass dem Gutes kommt in seinen Sinn.

Jeden Tag warte ich auf den neuesten Beitrag des Landkreises bei Facebook, in dem die Zahlen der aktuellen Pandemie-Entwicklung grafisch aufbereitet sind: der Inzidenzwert, die Zahl der Neuinfektionen, die Anzahl der Verstorbenen der letzten 24 Stunden. Meistens erschrecken mich die Werte. Ich denke an die vielen Betroffenen, die sich hinter den nüchternen Zahlen verbergen und deren Leben sich für die nächsten Tage, Wochen und vielleicht sogar Jahre von Grund auf verändert. 

Die Zahlen des Landkreises sind wichtige Informationen, aus denen sich Lockerungen oder Verschärfungen für das Zusammenleben und der individuellen Tagesgestaltung ergeben. Mir ist neben dem eigenen Wohlergehen vor allem auch der Gesundheitsschutz meiner Mitmenschen wichtig. Durch mein Verhalten kann ich maßgeblich mit beeinflussen, ob sich die Pandemie weiter ausbreitet oder eingedämpft wird. Ich stimme wie so viele Andere den Vorgaben der Bundes- und Landesregierung zu, die zu Kontaktminimierung aufrufen und um gegenseitige Rücksichtnahme bitten.

Ja, ich gebe es offen zu, der tägliche Bericht der Zahlen bestimmt zur Zeit mein Leben. Dabei haben wir Christen doch auch noch eine andere Grundlage, nach der wir unser Leben ausrichten können. In der Bibel finden wir alles, was wir für ein gelingendes Leben brauchen. In der katholischen Kirche gibt es drei Lesejahre, die in den Gottesdiensten zum Tragen kommen. Bei täglicher Betrachtung kann man so in drei Jahren die wichtigsten Passagen der Heiligen Schrift lesen und meditieren. Wer es auch gerne mal ausprobieren möchte, findet unter dem Stichwort „Beuron Schott“ die täglichen Bibeltexte mit Gebeten und einer kurzen Auslegung. Im evangelischen Raum kann man im Internet die „Tageslosung“ suchen.

Viele Menschen machen sich zur Zeit berechtigterweise Sorge um ihre Gesundheit und auch um die Existenz. Es stellen sich Fragen, wie man in der Familie gut zusammen leben kann, wenn alle den ganzen Tag zu Hause verbringen und soziale Kontakte fehlen. Es gibt Ängste, wie die finanzielle Situation sich weiter entwickelt und ob alle gesund bleiben.

Wie gut tut es, wenn man sich jeden Tag ein wenig durch die Heilige Schrift aufbauen lässt. Die Bibel ist voll von Mut machenden Geschichten. Sie beschreibt zum Einen die Not der Menschen, die krank, einsam oder verlassen sind. Und sie zeigt auf der anderen Seite, dass Gott und Jesus die Menschen nicht alleine lässt. Jesus fragt den Hilfesuchenden: „Was soll ich Dir tun?“ Und dann handelt er. Er erlöst die Menschen von ihren Sorgen, er heilt, er tröstet, er geht den schweren Weg mit. Ist das nicht ein schöner Trost in schweren Tagen?

Ich lade Sie ein, neben den erschreckenden Pandemiezahlen auch jeden Tag einen Blick in die Heilige Schrift zu werfen. Gott segne und schütze Sie.

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